Praxisbeispiel
Herr C., Teamleiter in der Finanzabteilung eines internationalen Konzerns, bewarb sich auf eine Abteilungsleiter-Position, deren Besonderheit darin bestand, dass alle seine zukünftigen Mitarbeiter ausschließlich Frauen waren. Dieser Umstand machte ihn nervös, da er mit einigen Frauen seines jetzigen Teams über einen längeren Zeitraum Kommunikationsprobleme hatte. Nun fürchtete er zum einen, im Bewerbungsgespräch an diesem Punkt nicht souverän genug zu sein, um als Führungskraft zu überzeugen, zum anderen war er sich nicht sicher, ob er die ausschließliche Führung von weiblichen Mitarbeitern wirklich wollte.
In Anlehnung an das innere Team von Schulz von Thun identifizierten wir nun hinter der vom Klienten genannten Unsicherheit diejenigen „innere Stimmen“, die im Widerstreit miteinander standen, wie zum Beispiel die Stimme „des Karrieristen“, der sich die Möglichkeit zum beruflichen Aufstieg nicht entgehen lassen wollte und Druck machte; zum anderen die des „Harmoniebedürftigen“, der zukünftigen Auseinandersetzungen mit Magengrimmen entgegen schaute und für Rückzug plädierte. Herr C. fühlte sich von der Widersprüchlichkeit dieser inneren Stimmen verunsichert. Nachdem nun die wichtigsten inneren Konfliktpartner identifiziert waren, konnten wir mit Hilfe einer systemischen Aufstellung die Verunsicherung von Herrn C. soweit auflösen, dass er nun seine inneren Stimmen nicht länger als Blockade (Verunsicherung), sondern viel mehr als Ressource für sich nutzen konnte.
Herr C. konnte sich anschließend beim Bewerbungsgespräch um die Position des Abteilungsleiters in Folge dieser Arbeit souverän präsentieren und bekam den Job.




